Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern ist zentraler Wirtschafts- und Standortfaktor. Mit Milliardenumsätzen, einer Wertschöpfung von rund 3,9 Milliarden Euro sowie erheblichen Steuereinnahmen trägt die Branche maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung und Attraktivität des Landes bei.
Das zeigt die aktuelle Ausgabe der Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern 2025“, die von der Tourismusberatung dwif-Consulting GmbH im Auftrag des Ostdeutschen Sparkassenverbands (OSV) erstellt wurde. Sie wurde am 24.06.2026 im Rahmen der Sitzung des Tourismusbeirats des Ministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin vorgestellt.
Nach den Ergebnissen der Studie generierten Gäste im Jahr 2025 touristische Bruttoumsätze in Höhe von 7,98 Milliarden Euro. Insgesamt wurden rund 123 Millionen touristische Aufenthaltstage im Land gezählt. Im Ergebnis blieb der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich stabil und konnte im Vergleich zum Jahr 2022 Nachfrage, Bruttoumsatz sowie Einkommenswirkungen leicht steigern. Angesichts der schwierigen geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist dies als positives Signal zu werten.
Wirtschafts- und Tourismusminister Wolfgang Blank: „Die aktuellen Zahlen unterstreichen: Der Tourismus ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Wirtschaftskraft Mecklenburg-Vorpommerns. Sie belegen, dass die Tourismusbranche auch in international und wirtschaftlich fordernden Zeiten eine feste Größe im Land ist. Diese Zahlen sind das Ergebnis der Anstrengungen der touristischen Unternehmen in MV.
Die Entwicklung ist kein Selbstläufer: Die Branche steht vor großen Herausforderungen. Die Kostenbelastung ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, Fachkräftesicherung und -gewinnung bleiben drängende Aufgaben. Um im Wettbewerb mit anderen Ländern auch weiterhin attraktiv zu sein, sind Investitionen in ganzjährige und wetterunabhängige Angebote notwendig – das stärkt auch die Vor- und Nachsaison.
MV ist ein wunderbares und erfolgreiches Urlaubsland, dass vor allem durch eine hohe Inlandsnachfrage geprägt ist. Weiteres Potential besteht darin, noch mehr internationale Gäste für unser Bundesland zu gewinnen,“ so Dr. Blank.
„Von einem starken Tourismus profitieren nicht nur unsere Gäste, sondern auch die Menschen vor Ort – durch Arbeitsplätze, Wertschöpfung und eine hohe Lebensqualität in unseren Regionen. Gemeinsam mit der Branche wollen wir Mecklenburg-Vorpommern als vielfältigen und zukunftsfähigen Tourismusstandort weiter stärken.“
Die touristischen Umsätze verteilen sich auf zahlreiche Wirtschaftsbereiche. Das Gastgewerbe profitiert mit rund 4,7 Milliarden Euro am stärksten, gefolgt vom Einzelhandel mit knapp 1,8 Milliarden Euro sowie Dienstleistungen mit rund 1,5 Milliarden Euro.
Enormes Potential hat für Mecklenburg-Vorpommern der Tagestourismus. Tagesreisen erzeugen mit rund 1,84
Milliarden Euro rund ein Viertel aller touristischen Umsätze. Hinzu kommen Umsätze aus gewerblichen Übernachtungen, Camping, Freizeitwohnsitzen sowie Besuchen von Verwandten und Bekannten.
Der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands (OSV), Ludger Weskamp, erläutert: „Die Tourismus- und Freizeitbranche ist für Mecklenburg-Vorpommern mehr als ein Wirtschaftsfaktor, der sich in Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen messen lässt. Tourismus schafft Lebensqualität und Zukunftsperspektiven durch Investitionen in Infrastruktur, von denen auch die Menschen vor Ort profitieren. Die Sparkassen fördern diese Investitionen.
Entscheidend bleibt, die Qualität der Angebote kontinuierlich weiterzuentwickeln und die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandortes Mecklenburg-Vorpommern zu stärken.“
2025 sagten die acht Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern 2,1 Milliarden Euro an neuen Krediten zu, ein Plus von 21,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtkreditbestand stieg auf 13,4 Milliarden Euro.