Die 43 Sparkassen im Ostdeutschen Sparkassenverband (OSV) haben das Jahr 2025 in einer Phase wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen erfolgreich abgeschlossen. Dabei erwiesen sie sich als verlässlicher Stabilitätsanker für private Haushalte, Unternehmen und Kommunen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
„Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten zeigt sich die Stärke der Sparkassen: Wir kennen die Menschen vor Ort, begleiten sie persönlich und bieten gleichzeitig leistungsfähige digitale Lösungen“, betonte Ludger Weskamp, Geschäftsführender Präsident des OSV. Gemeinsam mit Verbandsgeschäftsführer Markus Rück stellte er auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes die Ergebnisse der OSV-Sparkassen vor.
Laut Sparkassen Vermögensbarometer sorgen sich 31 % der Menschen in Ostdeutschland vor Armut im Alter. Gleichzeitig geben aber nur 48 % an, dass sie regelmäßig sparen können. Die Sparkassen setzen hier gezielt an – mit Beratungsangeboten und finanziellen Bildungsmaßnahmen.
Gleichzeitig braucht es mehr Bewusstsein für private Vorsorge als zusätzliches Standbein zur gesetzlichen Rente. „Die geplante Frühstartrente ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagte Weskamp. Allerdings haben 65 % der Ostdeutschen noch nie Wertpapiere besessen. „Hier werden wir mehr für das Thema sensibilisieren. Denn schon kleine Beträge in Sparplänen für Fonds oder ETFs können langfristig viel bewirken.“
Die ostdeutschen Sparkassen bieten dafür ein breites Portfolio – von etablierten und ausgezeichneten Deka-Fondslösungen bis hin zu flexiblen Angeboten für informierte Selbstentscheiderinnen und Selbstentscheider. Bald wird es zudem deutschlandweit möglich sein, Sparpläne sowie den Kauf von Aktien und ETFs direkt über die Sparkassen-App abzuschließen.
„Wir arbeiten aktuell an einem einfacheren, flexibleren Angebot für eine klar abgegrenzte Zielgruppe. Hier wollen wir zeitnah mit einem passenden Produkt offensiv in den Markt gehen“, sagte Verbandsgeschäftsführer Markus Rück.
Die ostdeutschen Sparkassen verbinden persönliche Nähe mit digitaler Stärke. An 1.435 Standorten – darunter 975 Filialen und 460 SB-Filialen – bieten sie Beratung und Service vor Ort. „Andere bieten nur einzelne Stücke – bei uns gibt es den ganzen Kuchen. Unsere Sparkassen bieten das komplette Leistungsspektrum aus einer Hand“, so Markus Rück. „Wir sind mehr als eine Banking-App: Wir sind die Bank für alle – tief in den Regionen verankert.“
Gleichzeitig erfüllen die Sparkassen die Erwartungen an moderne, jederzeit verfügbare digitale Services. Über die Sparkassen-App greifen 19,4 Millionen aktive Nutzerinnen und Nutzer auf digitale Angebote zu – zuverlässig, sicher und zunehmend selbststeuerbar.
Mit rund 3 Millionen Aktivierungen allein unter Sparkassenkundinnen und -kunden entwickelt sich der Zahlungsdienst Wero zunehmend zu einem zentralen Baustein für einen souveränen europäischen Zahlungsverkehr. Die wachsende Zahl teilnehmender Händler unterstreicht die Marktrelevanz.
„Wero zeigt, was möglich ist, wenn Innovation nah an den Bedürfnissen der Menschen entwickelt wird“, sagte Ludger Weskamp. Das im Februar unterzeichnete Memorandum of Understanding zwischen EPI und europäischen Zahlungsdiensten stärke zusätzlich den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr in Europa. „Souveränität entsteht nicht durch Verordnungen, sondern durch Angebote, die genutzt werden“, so Weskamp weiter.
Künstliche Intelligenz ist im Sparkassen-Alltag längst fest verankert. Die KI-Modelle KEA und KIWI der Finanz Informatik schützen wirksam vor Betrug und Phishing im Zahlungsverkehr. Darüber hinaus verbessern KI-Anwendungen für unsere Kundinnen und Kunden spürbar zahlreiche Prozesse:
• Fotoüberweisungen mit automatischer Formularvorbefüllung
• schnellere Kreditentscheidungen, insbesondere bei Immobilienfinanzierungen
• fallabschließende Bearbeitung von Kundenanfragen
• Sprach- und Übersetzungslösungen für mehr Barrierefreiheit
Auch intern profitieren die Sparkassen: Der KI-Assistent S-KIPilot unterstützt Mitarbeitende in über 95 % der OSV-Sparkassen. Er ist an fast 10.000 Arbeitsplätzen im Einsatz. Beim Einsatz von KI in den Sparkassen haben Datenschutz und Sicherheit der Kundendaten höchste Priorität.
Kreditvergabe:
Die Ost-Sparkassen stabilisierten 2025 die wirtschaftliche Entwicklung in Ostdeutschland. Der Gesamtkreditbestand stieg auf 83,1 Mrd. Euro. Insgesamt sagten die Sparkassen 12,1 Mrd. Euro neue Kredite zu (2025: +12,6 %; 2024: +7,1 %). Die Neukredite an Privatkunden wuchsen um 18,7%, die Zusagen an Unternehmen und Selbständige legten nach dem Rückgang 2024 wieder um 9,5% zu. Stark entwickelten sich die Kredite für Wohneigentum (+21,2% ggü. 9% im Jahr 2024) mit Zusagen von 6,2 Mrd. Euro.
Spartätigkeit:
Der Einlagenbestand wuchs um 3,1 Mrd. Euro auf 137,3 Mrd. Euro. Verzinsliche Spareinlagen gingen um 604,6 Mio. Euro zurück, während Termingelder und Sparkassen-Eigenemissionen stark nachgefragt waren. Die Sichteinlagen stiegen auf 93,8 Mrd. Euro.
Gemeinwohl:
Der OSV und seine Mitgliedssparkassen engagierten sich 2025 direkt oder über ihre 78 Stiftungen mit mehr als 58,4 Mio. Euro für Sport, Kultur, Jugend, Soziales, Umwelt und Forschung – 1,9 Mio. Euro mehr als im Vorjahr.
Ergebnis:
Die Erträge aus dem operativen Geschäft beliefen sich auf 4,5 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis abzüglich eines Gesamtaufwands in Höhe von 2,3 Mrd. Euro lag vor Bewertung bei 2,3 Mrd. Euro. Nach Risikovorsorge lag das Ergebnis vor Steuern bei 911,3 Mio. Euro. Die Sparkassen führen davon voraussichtlich 612,1 Mio. Euro Steuern ab. Damit beträgt das Jahresergebnis rund 299,2 Mio. Euro und stärkt das Eigenkapital der 43 OSV-Sparkassen, das sie als einzige Kreditinstitute ausschließlich selbst erwirtschaften müssen.
Wertpapiergeschäft:
Der Wertpapierumsatz lag 16,1 % über dem Vorjahr und erreichte 19,2 Mrd. Euro. Gefragt (Nettoabsatz) waren vor allem Anleihen, Schuldverschreibungen und Investmentfonds; weniger gefragt (Nettoabsatz) waren Aktien und Optionsscheine.