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Kredite bei Sparkassen wachsen weiter –
Plus bei Einlagen –
Staat soll Erwerb von Wohneigentum fördern

Ermrich: Wir müssen Altersarmut verhindern

Berlin, 29. August 2019 Die Ostdeutschen sind investitionsfreudig. Der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes Dr. Michael Ermrich und der Verbandsgeschäftsführer Wolfgang Zender verwiesen bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen des Verbandes auf die nach wie vor intensive Kreditvergabe. „Die Kreditvergabe bleibt auf einem hohen Niveau“, bekräftigte Ermrich. „Unsere Kunden sind optimistisch und fragen nach Krediten.“

„Unsere 45 Mitgliedssparkassen sind eigenkapitalstark und haben ein gutes Risikomanagement. Sie sind vertriebsstark und betriebswirtschaftlich stabil“, betonte Ermrich. Nach wie vor stünden sie in der Spitzengruppe innerhalb der deutschen Sparkassenorganisation. „Dennoch können wir nicht darüber hinwegsehen, dass die wachsende Regulatorik, weiter steigende Eigenkapitalanforderungen und die Niedrigzinsphase  die Sparkassen zunehmend belastet.“

Sorgen bereiten ihm die Auswirkungen der fehlenden Zinsen auf die Altersvorsorge der Kunden. Sie hätten Auswirkungen auf alle privaten Geldanlagen zur Altersvorsorge, beispielsweise der Riester-Rente. Noch bei ihrer Verabschiedung ging der Gesetzgeber von Zinssätzen zwischen drei und vier Prozent jährlich aus. „Angesichts jahrelanger Nullzinsen stimmten diese Riester – Rechnungen nicht mehr. Im Übrigen macht sich dies in Ostdeutschland, mit seinen vielfach gebrochenen Erwerbsbiografien, besonders bemerkbar“, so Ermrich.

Unterstützung der Altersvorsorge 

Der Bund habe seit Beginn der Niedrigzinsphase bis Ende 2018 rund 180 Mrd. Euro an geplanten Zinsausgaben gespart. „Wir schlagen vor, dass der Bund die Gewinne des Staates aus den wegfallenden Zinsaufwendungen nicht einfach positiv registriert, sondern der Altersvorsorge der Bevölkerung  zugute kommen lässt“. Beispielhaft nannte Ermrich eine Reform der Riester – Rente, eine deutlich spürbarere Wohneigentumsförderung oder die Förderung des Wohnungsbaus.

Geschäftsergebnisse – Niedrigzinsphase ist spürbar 

Ermrich und Zender verwiesen auf die großen Herausforderungen, die die 45 Sparkassen zu bewältigen hätten. Vor diesem Hintergrund seien die Geschäftsergebnisse noch zufriedenstellend.

Hohe Kreditvergabe 

In den ersten sechs Monaten des Jahres bewilligten die 45 OSV – Mitgliedssparkassen neue Kredite in Höhe von 5,5 Mrd. Euro. Damit wurde der gute Vorjahreswert nahezu erreicht. Wie schon im Vorjahr entfielen rund 2,8 Mrd. Euro auf Unternehmen und Selbständige. Privatpersonen beanspruchten neue Kredite in Höhe von 2,5 Mrd. Euro (Vorjahr 2,4 Mrd. Euro). Stark nachgefragt waren nach wie vor Wohnungsbaukredite. Die Sparkassen bewilligten Kredite mit einem Volumen von 1,9 Mrd. Euro (Vorjahr 1,8 Mrd. Euro).

Kreditvolumen wächst weiter 

Ungebremst ist das Wachstum des Kreditvolumens der 45 Sparkassen. Es stieg im ersten Halbjahr um 1,8 Mrd. Euro (3,2 Prozent) auf 58,8 Mrd. Euro. Bei Unternehmen und Selbständigen betrug der Zuwachs eine Milliarde Euro (4 Prozent) auf 28,7 Mrd. Euro und bei Privatpersonen 841 Millionen Euro (3,6 Prozent) auf 24 Mrd. Euro. Bei öffentlichen Haushalten / Sonstigen verzeichneten die Sparkassen einen Rückgang um 132 Millionen Euro (- 2,1 Prozent) auf 6,2 Mrd. Euro.

Einlagenwachstum hält an 

Erneut registrierten die OSV-Sparkassen bereits im ersten Halbjahr ein Einlagenwachstum. Seit Jahresbeginn stiegen die Einlagen um 2,1 Mrd. Euro auf 106,3 Mrd. Euro (Vorjahr 101 Mrd. Euro). Das ist ein neuer Rekord.

Kurzfristige Anlagen gefragt 

Der Trend zu kurzfristig verfügbare Anlagen hält an. So wuchsen die Sichteinlagen in den ersten sechs Monaten des Jahres um 3,8 Prozent auf 61 Mrd. Euro (Vorjahr 55 Mrd. Euro). Der Bestand an Spareinlagen mit normaler Verzinsung erhöhte sich um 4,6 Prozent auf 14 Mrd. Euro (Vorjahr zwölf Mrd. Euro).

Wertpapiere 

Verhalten verlief im ersten Halbjahr der Handel mit Wertpapieren. Die Kunden kauften Papiere im Wert von 2,3 Mrd. Euro und verkauften Papiere im Wert von 1,6 Mrd. Euro. Der Nettoabsatz betrug 729 Millionen Euro und lag somit 28,2 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes. Das Geldvermögen der Kunden wuchs in den ersten sechs Monaten um 1,8 Mrd. Euro auf 137,7  Mrd. Euro.

Rentabilitätsentwicklung 

Aufgrund von Kostensteigerungen und der Niedrigzinsphase erwarten die OSV – Sparkassen ein niedrigeres Betriebsergebnis vor Bewertung von 0,89 Prozent der Durchschnittsbilanzsumme (DBS). Im vergangenen Jahr lag der entsprechende Wert bei 0,99 Prozent der DBS. Erreicht wurden zum Jahresende 2018 aber 1,05 Prozent der DBS.

Aktuelle Informationen zum Ostdeutschen Sparkassenverband sowie Bilder des Geschäftsführenden OSV – Präsidenten Dr. Michael Ermrich und des Verbandsgeschäftsführers Wolfgang Zender finden Sie unter:
www.osv-online.de.