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Sparkassen gehen skeptisch aber selbstbewusst ins Jahr 2020 

Ermrich: Altersvorsorge muss wieder attraktiv werden

Berlin, 2. Januar 2020   Eine umfassendere Unterstützung der Altersvorsorge wünschen sich die Ostdeutschen Sparkassen von der Politik für das neue Jahr. Der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), Dr. Michael Ermrich: „Den Sparern schadet die Niedrigzinsphase, der Staat profitiert davon mit im dreistelligen Milliardenbereich liegenden Zinsersparnissen. Die Bundesregierung sollte den Menschen diese Ersparnis zu gute kommen lassen, unter anderem in dem die private Altersvorsorge gestärkt wird“.

Ermrich verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass für einen Teil der Sparkassenkunden Aktien und Investmentfonds eine Alternative bei der Altersvorsorge seien. Die Politik dürfe hier keine Steine in den Weg legen, beispielsweise mit einer Finanztransaktionssteuer. „Wir benötigen wieder eine Spar- und Vorsorgekultur in Deutschland“, bekräftigte Ermrich.

Angesichts des Investitionsstaus sollten Zinsersparnisse bei der öffentlichen Hand nach Auffassung Ermrichs zudem in die notleidende Infrastruktur investiert werden.

Für 2020 wünschen sich die Sparkassen und ihre Träger mehr Zutrauen der Politik in die Stärke der Sparkassen und des drei Säulen Systems und weniger Regulierung „Wir müssen wieder auf Bewährtes setzen. Regulierung und Aufsicht muss sich bei kleinen Kreditinstituten an deren Realität orientieren. Es ist absurd, wie EZB und EBA immer wieder versuchen, die Regeln für große Investmentbanken auch auf die kleinste Sparkasse zu übertragen. Auch dürfe das EU-Klimapaket nicht zu einem Mehr an Regulatorik für Sparkassen führen.“

„Lassen Sie uns unsere Arbeit machen, ohne uns die sprichwörtlichen Knüppel zwischen die Beine zu werfen“, appellierte Ermrich an die politisch Verantwortlichen in Brüssel und Berlin.

Aufgrund der langanhaltenden Niedrigzinsphase blicken die 45 Mitgliedssparkassen des OSV mehr als skeptisch auf das Jahr. Sie befürchten deutliche Einbußen beim Betriebsergebnis vor Bewertung, das wahrscheinlich spürbar unter 1 liegen wird.

Wie in den vergangenen Jahren wird es ein Plus bei den Darlehenszusagen geben. Hochrechnungen gehen von rund sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus. Die Einlagen werden weiter steigen, wahrscheinlich um fünf bis sechs Prozent.