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Sachsen baut Qualitätsvorsprung aus

Sparkassen-Tourismusbarometer für Sachsen – Übernachtungen knapp auf Vorjahresniveau, Sachsen-Tourismus braucht Arbeitspakt

Radeberg, 15. August 2019  
Sachsen ist beliebt bei den Besuchern. Die Gäste loben vor allem die Qualität der Übernachtungsquartiere. Die überdurchschnittlich guten Gästebewertungen belegen die hohe Zufriedenheit der Gäste. Das geht aus dem Sparkassen-Tourismusbarometer 2019 des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) hervor, dessen landesspezifische Ergebnisse der OSV am Donnerstag in Radeberg vorstellte.

Auch die Nachfrage hat ein hohes Niveau erreicht. Sachsen übertraf 2018 mit 20,1 Millionen Übernachtungen erstmals die Marke von 20 Millionen Übernachtungen. In den ersten fünf Monaten 2019 meldeten die sächsischen Betriebe rund 3 Millionen Gästeankünfte (+ 1,2 Prozent gegenüber Vorjahreszeitraum) und knapp 7,3 Millionen Übernachtungen (- 0,5 Prozent gegenüber Vorjahreszeitraum). Damit erreicht die Nachfrage im angelaufenen Reisejahr in etwa das Niveau des Vorjahreszeitraums.

Im bundesweiten Vergleich bleibt die Nachfragedynamik in Sachsen hinter der bundesdeutschen zurück. Deutschlandweit legten die Gästeankünfte von Januar bis Mai 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent zu und die Übernachtungen stiegen um 2,2 Prozent.

In Sachsen erhielt die Nachfrageentwicklung in den ersten fünf Monaten dieses Jahres Dämpfer durch die späten Pfingsttage im Juni und durch das Wegbleiben von Gästen aus dem Ausland.

Reisegebiete unterschiedlich gefragt

Unterschiedlich entwickelte sich die Bilanz in den sächsischen Reisegebieten im Zeitraum Januar bis Mai 2019. Während sich Leipzig (+ 4,8 Prozent), das Erzgebirge (+ 2,5 Prozent) und Chemnitz (+ 2,1 Prozent) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum über Zuwächse bei den Übernachtungen in gewerblichen Betrieben und auf Campingplätzen freuten, mussten das Sächsische Elbland (- 7 Prozent), Dresden (- 3,6 Prozent), Oberlausitz-Niederschlesien (- 3,5 Prozent), die Sächsische Schweiz (- 1,6 Prozent) und das Vogtland (- 1,3 Prozent) Rückgänge hinnehmen. Das Sächsische Burgen- und Heideland
(- 0,1 Prozent) hielt sein Vorjahresniveau in etwa. Uneinheitliche Entwicklung bei internationalen Gästen

Während in Sachsen in den ersten fünf Monaten 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum 1,9 Prozent mehr Ankünfte und eine Stagnation bei den Übernachtungen von Gästen aus Deutschland registriert wurden, ging die Auslandsnachfrage mit 4,1 Prozent weniger Ankünften und 5,5 Prozent weniger Übernachtungen deutlich zurück.

Langfristig verzeichnet Sachsen eine positive Entwicklung bei den Übernachtungen von Auslandsgästen. So stieg die Zahl der Übernachtungen internationaler Gäste im Zeitraum 2013 bis 2018 in Sachsen um 17,1 Prozent. Besonders beliebt bei den Touristen aus dem Ausland waren in Sachsen die Sächsische Schweiz mit 55,5 Prozent Übernachtungszuwachs und Dresden/Leipzig mit insgesamt einem Plus von 24,8 Prozent, während das übrige Sachsen 2013 bis 2018 1,2 Prozent Übernachtungsrückgänge verzeichnete.

Überall hoch zufriedene Gäste

Die Zufriedenheit der Gäste in Sachsen nimmt weiter zu. Sachsen erreichte 2018 einen Trust Score von 84,5 Punkten, 1,2 Punkte mehr als 2017, und übertrifft sowohl den ostdeutschen Trust Score (83 Punkte) als auch den deutschlandweiten Wert (83,5 Punkte). Der Trust Score fasst Gästebewertungen auf rund 250 Onlineplattformen für Unterkunftsbetriebe zu einem Gesamtwert der Gästezufriedenheit zusammen, maximal 100 Punkte können erreicht werden.

Erfreulich ist die flächenhafte positive Entwicklung in allen Reisegebieten Sachsens, an der Spitze die Sächsische Schweiz mit 86,2 Punkten (+ 0,7 Punkte gegenüber 2017), das Erzgebirge mit 85,9 Punkten
(+ 1,7 Punkte gegenüber 2017), die Oberlausitz mit 84,9 Punkten (+ 1,2 Punkte gegenüber 2017), Dresden/Elbland mit 83,9 Punkten (+ 0,4 Punkte gegenüber 2017), das Vogtland (Sachsen/Thüringen) mit 83,6 Punkten (+ 0,4 Punkte gegenüber 2017), gefolgt von Leipzig Region mit 82,9 Punkten (+ 2,3 Punkte gegenüber 2017) und Chemnitz-Zwickau mit 82,8 Punkten (+ 1,5 Punkte gegenüber 2017).

Das Tourismusbarometer sieht kaum Serviceprobleme bei den Unterkünften. Der Service erreicht in Sachsen Werte von 91,3 Punkten. Die Kunden bewerten die Außenanlagen gut ebenso wie das Essen und Trinken. Deutliche Negativbewertungen geben sie bei Preisen (76,5 Punkte) und Zimmern (75,8 Punkte) und insbesondere bei der Internet-Versorgung mit WLAN (48,4 Punkte) ab.

Arbeitspakt für Sachsen-Tourismus

Arbeitskräfte werden in der Servicebranche Tourismus zur Mangelware. 40 Prozent der sächsischen Betriebe können offene Stellen länger nicht besetzen. Jeder achte Ausbildungsplatz bleibt ungenutzt. Das führt früher oder später zu Qualitätseinbußen oder zu Einschränkungen des Angebotes. Dabei hat das Gastgewerbe eine steigende Bedeutung in Sachsen. Der Anteil sozialversicherungspflichtig Beschäftigter im Gastgewerbe an allen Branchen ist seit 2013 (3,2 Prozent) auf 3,4 Prozent in 2018 gestiegen.

In der Tourismusstrategie Sachsen 2025 sind Maßnahmen gegen den Arbeitskräftemangel vorgesehen. Dazu gehören zum Beispiel die Sicherung der Fachkräfteausbildung und -qualifizierung sowie der Unternehmensnachfolge, die Integration ausländischer Mitarbeiter, die Sicherung der Ganzjahresbeschäftigung und die Umsetzung des bundesweiten Positionspapiers zum Fachkräftebedarf im Gastgewerbe.

Das Tourismusbarometer fordert die Unternehmen, die Kammern, die zuständigen Ministerien, die tourismusrelevanten Fachverbände auf Landes- und Bundesebene und die Gewerkschaften in Sachsen und in den anderen Bundesländern zu einem Arbeitspakt Gastgewerbe.